Inspiration — zwei Entdeckungen
In meinem Portrait habe ich Euch versprochen, auch über meine Inspirationsquellen zu berichten. Einerseits lese ich viele Blogs online, dann bin ich Abonnentin einiger Zeitschriften die sich mit Kochen, Wohnen, Lifestyle und Design beschäftigen. Andererseits kann ich nicht genug Kochbücher horten. Die zwei Tablare in meinem Kästchen in der Küche sind zum bersten gefüllt. Seit neuestem mit zwei Büchern, die genau zu meinem Gaumenfreuden-Blog passen. Sie beschäftigen sich nämlich mit meinen Themen.
Tanja Grandis ›Eingemacht & Ausgepackt‹ aus dem AT-Verlag und Regine Stroner ›Selbst gemacht & mitgebracht‹ aus dem Kosmos-Verlag.
Als ich dieses Buch in Händen hielt, freute ich mich als erstes über den Fotografen. Michael Wissing. Ein Freund meiner Eltern ist in der Werbung tätig und betreute dort über Jahre namhafte Foodkonzerne. Er brachte mir in den frühen 90ern Foodfotografie und eben diesen Michael Wissing näher. Über mehrere Jahre begleitete mich sein grossformatiger Food-Kalender. Nach der ersten grossen Freude über das Wiedersehen mit Michael Wissing tauchte ich in die Geschmakswelt von Tanja Grandits ein. Sie ist seit Juni 2008 die Chefin des legendären Restaurants Stucki in Basel und wurde 2006 von GaultMillau mit 16 Punkten und als Köchin des Jahres ausgezeichnet.
Das Buch deckt ein grosses Spektrum ab. Eingemachtes, Pestos und Pasten, Gewürze, Öle und Buttermischungen, Marmeladen, Sirups und Saucen, Süssigkeiten und Snacks, Gebackenes und Ungebackenes, steht geschrieben im Inhaltsverzeichnis. Das Buch ist aus dem Schweizer AT-Verlag, jedoch in Deutschland hergestellt. Die Zutaten sind dementsprechend deutsch, was jedoch keine Schwierigkeiten bereitet, da es keinerlei Zutaten enthält, die wir Schweizer uns zuerst von Wikipedia übersetzen lassen müssen. Einzig das Weissmehl Type 405 müsste mir einmal jemand erklären. Muss ich dazu zum Schwarzenbach? Und nicht vergessen, Paprikas sind bei uns in der Schweiz Peperonis.
Das Buch überzeugt, es enthält bekannte und unbekannte, subtile Aroma-Kompositionen. Ich hätte mir mehr Verpackungsideen gewünscht. Unter ›ausgepackt‹ habe ich mir mehr Inspiration darum herum erhofft.
Ich habe mich an der Gewürzteemischung für Chai Latte versucht.
Das Zusammentragen der Zutaten war nicht ganz einfach, ich hätte fast aufgegeben. Neben Schwarzteeblättern benötigt man für diese Gewürzmischung schwarze Pfefferkörner, Fenchelsamen, die Samen von grünen Kardamonkapseln, Gewürznelken, getrockneten Ingwer, ein Zimtstengel und Süssholz. Getrockneten Ingwer habe ich durch kandierten Ingwer ersetzt, da ich auf die Schnelle nirgendwo Ingwer in getrockneter Form gefunden habe.
Um Süssholz klein hacken zu können, habe ich übrigens den Hammer zur Hand genommen, ganz ehrlich, damit lässt sich Süssholz ziemlich mühelos zerkleinern.
Eine Portion habe ich in Gaze eingenäht, mit 1,5 dl Milch und 1,5 dl Wasser aufgekocht und während 5 Minuten köcheln lassen. Hier das Resultat. Chai Latte, ein wärmendes, würziges Getränk für kalte Wintertage.
Aus Tanja Grandits Kochbuch werde ich bei Gelegenheit auch noch die Milchmarmelade mit Fleur de Sel ausprobieren, denn ich stell mir vor, dass dies eine hervorragende Füllung für Macarons sein könnte.
— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —
Dieses Buch enthält 66 Ideen für hausgemachte Köstlichkeiten. Die Autorin Regine Stroner führt seit vielen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann den Gasthof Linden in Blaufelden, Hohenlohe, Deutschland. Die studierte Haushaltswissenschaftlerin weiss wovon sie schreibt. Hier kommt meine Liebe zu Verpackungen voll zum Zug. Die Ideen sind witzig und unkonventionell. Seite um Seite neue Lösungen. Faszinierend. Das Titelbild wird dem Inhalt übrigens nicht gerecht.
Dieses Buch bietet Küchen-Know-How [Früchte einkochen, Kuchen & Plätzchen, raffiniert würzen], Fruchtgenuss im Glas [Konfitüren, Marmeladen & Gelees], Kochzutaten vom Feinsten [Würzmischungen, Saucen, Öle, Pasten & Essenzen] Süsse Verführungen [Kuchen, Plätzchen & Konfekt] und Pikantes aus dem Backofen [Baguette, Käsegebäck & würzige Knabbereien]. Alles liebevoll gespickt mit Ideen und Tipps. Dieses Buch kommt ebenfalls aus Deutschland, man merkt es nicht bloss an den ›Doppel-S‹. Was wir einkaufen sollen, wenn Möhren auf der Zutaten-Liste stehn, wissen wir und unter Schinkenspeck versteht der Deutsche übrigens Frühstücksspeck.
Ich hätte gerne die Punsch-Essenz ausprobiert.
Das Vorhaben ist leider am Arrak gescheitert. Ich musste wieder einmal Google fragen, denn ich hatte keine Ahnung was sich hinter dem Namen Arrak versteckt. Bei Wikipedia gibt es zwei Treffer. Einerseits Arrak, so wie es in diesem Rezept aufgeführt ist (eine aus Palmzuckersaft und vergorener Reismaische gewonnene Spirituose) und Arak mit nur einem R, was sich als Anisschnaps (Ouzo, Pastis, Raki) herausstellte. Ich weiss noch nicht, wo ich nach Arrak suchen soll. Anisschnaps werde ich bestimmt nicht für die Punschessenz verwenden, denn ich mag Anis absolut, total, überhaupt nicht. Phhöööaakk. Wenn es klappt, packe ich beim nächsten Nachmittag auf dem Eisfeld neben den Schlittschuhen auch eine Thermosflasche mit angemachtem, heissem Punsch mit in die Tasche.
Und die scharfe Feigenkonfitüre steht ganz oben auf meiner To-Do Liste. Nicht bloss wegen der witzigen Verpackung.
— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —
Vielleicht hat das Grosy ja zu Weihnachten einen Bazen geschickt, oder der Schatz hat einen Büchergutschein unter den Weihnachtsbaum gelegt. Dann kann ich diese beiden Bücher nur empfehlen.
Eingemacht & Ausgepackt — Geschenke aus meiner Küche
88 Seiten, Format 17,5 x 24 cm
55 Farbfotos
Gebunden, Schutzumschlag
ISBN 978-3-03800-422-6
CHF 29.90
EUR D 17.90
EUR A 18.40
Selbst gemacht & mitgebracht — Geschenke aus der Küche
128 Seiten, Format 21,6 x 21,6 cm
ca. 71 Farbfotos
Gebunden, Hardcover
ISBN 978-3-440-12130-6
CHF 27.90
EUR D 14.95
EUR A 15.40
4. Februar 2010 @ 17:37
was für tolle kochbücher! ich habe eine grosse schwäche für schön gestaltete kochbücher und habe mir eigentlich vorgenommen in nächster zeit keine mehr zu kaufen… aber diese beiden bücher bringen meine vorsätze natürlich stark zum schwanken. die muss ich mir demnächst in der buchhandlung unbedingt genauer anschauen!
26. Februar 2010 @ 14:11
Ich trinke sehr gerne Chai Latte, konnte allerdings noch nicht rausfinden, wie man ihn selber macht. Zu kaufen gibt es ihn ja leider auch nur in wenigen Cafes. Jetzt weiß ich zwar dank Dir wie es geht, aber wo bekomme ich denn die ganzen Zutaten her?
28. Februar 2010 @ 14:42
Hallo Flüge
Die Zutaten für Chai Latte bekommst Du in Zürich in folgenden Geschäften:
Schwarzteeblätter im Coop oder Migros; für Exklusivere Sorten bei Schwarzenbach
schwarze Pfefferkörner im Coop oder Migros
Fenchelsamen im Bio-Lädeli oder bei Schwarzenbach
grüne Kardamonkapseln im Bio-Lädeli oder bei Schwarzenbach
Gewürznelken im Migros oder Coop
getrockneten Ingwer im Bio-Lädeli oder bei Schwarzenbach
Zimtstengel im Mirgros oder Coop
Süssholz im Bio-Lädeli oder in der Apotheke
Habe ich etwas vergessen?