Sonnenblumen essen – fast wie Artischocken
Sonnenblumenöl kennen wir alle. Aber Sonnenblumen essen? Hatte ich mir nicht überlegt – bis letzte Woche. Da besuchte ich einen der tollsten Kochkurse ever, bei René Widmer von Prorest, mit Starkoch Heiko Antoniewicz. Thema Nova-Regio-Küche* und Fermentieren.
Aus dem Kurs werd ich euch später noch detailliert berichten. Aber hier schon mal das Sonnenblumen-Amuse-Bouche vorab – denn jetzt ist noch Saison für die leuchtend gelbe Blume, ich habe mir grad heute zwei geschnitten und gekocht. „Die Stängel lassen sich zubereiten wie Spargel“, so Heiko. Und er zeigte, wie man die Blume rüstet: Nämlich fast genau wie Artischocke. Blätter und Stängel abschneiden, Boden grosszügig rüsten/schälen, Heu wie bei den Artischocken entfernen, die Kernenansätze dürfen dranbleiben. Achtung: Die Kerne dürfen noch nicht voll ausgebildet sein – nehmt also nicht die grössten, fettesten Blumen!
Dann gart man die Sonnenblumen-Böden in einer beschichteten Pfanne mit Butter bei moderater Hitze, bis sie weich sind (ca. 5 Minuten). Mit Salz abschmecken. Essen. „Schmeckt wie Sonnenblume“, sagt Heiko. „Naja, vorausgesetzt man kennt Sonnenblume…“ Dekoriert wird logischerweise mit den gelben Blütenblättern, die auch essbar sind.
Probierts aus und lasst mich wissen, wie es euch geschmeckt hat. Und wer keine Sonnenblumen im Garten hat, frage auf dem Markt – oder man geht zum Bauern, der Sonnenblumen als Gründüngung pflanzt und diese wohl später eh in den Boden einarbeitet.
*“Die Nova-Regio-Küche ist die Verbindung aus neu verstandener Regionalität und Avantgarde.“ Jürgen Dollase im Port Culinaire





20. April 2019 @ 22:46
Das klingt sooo gut. Vielen Dank für die Inspiration. Hast Du einen Tipp, wie man zu den Böden kommt? Blumenladen…?
Danke und: frohe Ostern 🙂
21. April 2019 @ 16:09
Liebe Kathrin, entweder vom eigenen Garten. Oder Du findest einen Bauern, der beispielsweise Sonnenblumen als Gründüngung ausbringt. Dann kannst Du im Herbst Knospen ernten. Oder Du bestellst die Knospen bei Matthias Hollenstein von http://www.slowgrow.ch.
24. August 2019 @ 15:26
Zu welchem Zeitpunkt nimmt man denn die Sonnenblumen für dieses Gericht? Wenn sie in voller Blüte stehen oder vorher oder nachher? Und welche Grösse ist denn ideal?
Danke für die Info und liebe Grüsse
6. September 2019 @ 11:09
Liebe Gabriella, man nimmt sie, wenn sie in der so genannten Milchreife sind, also wenn die Kerne noch nicht ausgebildet sind. Es geht aber auch später, je nach Sorte können bereits fast ausgereifte Sonnenblumen auch noch gut schmecken (am Kochkurs mit Heiko waren sie schon recht ausgereift). Manchmal entwickeln sie aber ein sehr parfümiertes Aroma, dass zumindest mir nicht mehr so schmeckt. Du kannst auch die noch ganz verschlossenen Knospen der Sonnenblumen als Gemüse kochen. Da muss man viel weniger rüsten und sie schmecken wunderbar.