Food-Perle: Bergsee und Geisskäse

waskochen.ch hiess ja früher wastun.ch – einige mögen sich vielleicht noch daran erinnern. Unser Ziel war ursprünglich, urbane Menschen nicht nur mit  Rezepten, sondern auch mit Tipps für Wanderungen, die nach einer Partynacht realisierbar sind, zu beglücken. Im Gourmet-Spion kann ich nun zu den waskochen.ch-Wurzeln zurückkehren und den Wander-Aspekt glücklicherweise wieder einfliessen lassen, denn in den Bergen gibts gibts ja bekanntlich auch Food-Perlen zu entdecken. Beispielsweise am Oberblegisee (GL).

–> Dein Tipp für eine Wanderung, auf der auch Food-Perlen entdeckt werden können: siehe unten.

Nur knappe 1,5 Stunden Zugfahrt ab Zürch liegt das glarnerische Luchsingen, von wo eine Mini-Luftseilbahn (teils mit offenen Kabinen) wanderfreudige Städter auf den Brunnenberg (Achtung: Fährt nur alle 2 Stunden!) befördert. Ab Seilbahn ist man in einer knappen Stunde bereits am Oberblegisee – hier kann man baden oder eben dem Namen des Sees entsprechend blegere (Ist gemäss Pons «Schweizer Jugendsprache» mit «Faulenzen» zu übersetzen, gemäss «Slängikon» mit «sich ausruhen»; beides passt hier bestens). Wir haben uns zudem vorgenommen: Hier wird mal eine grosse Picknicksause stattfinden, zu malerisch sind die Wiesen, die sanft ins Wasser abfallen, als dass sie nicht eines Tages als Tischtuch genutzt werden sollten.

Oberblegisee (GL): blegere, bade, picknicke.

Oberblegisee (GL): blegere, bade, picknicke.

20 Minuten ab See gibts, beispielsweise nach einem ausgedehnten Picknickgelage, einen Kafi Schnaps in der Mini-Alpwirtschaft Bächialp, die sympathisch mit einer kleinen, sehr einfachen Speisekarte aufwartet. Von der Terrasse taucht man dann quasi direkt ab, um 200 Meter weiter unten nach Food-Perlen zu tauchen: Auf der Bösbächialp haben wir uns mit Käse eingedeckt. Rezenter Einjähriger aus Kuhmilch. Angetan hat es uns aber vor allem der Geissfrischkäse, der vom Bauer mit Chilli und Zwiebeln in Öl eingelegt verkauft wird. Zudem: Ein Nature-Frischkäse fand ebenfalls den Weg in unsere Einkaufstüte,  zum selber einlegen, mit Kräutern in Olivenöl.

Käse von der Bösbächialp.

Käse von der Bösbächialp.

Fast zwei Kilo schwerer machten wir uns auf den Abstieg zum Bähnli (30 bis 40 Min). Dort mussten wir feststellen: Definitiv wieder in der Hightech-Welt angekommen; tönte es doch aus dem Lautsprecher der unbemannten Bergstation plötzlich «Bitte einsteigen!». 2 Minuten später: «Mached Sie bitte na d’Türe zue!» Immerhin: Hier macht Videoüberwachung doch für einmal Sinn.

Und weil ich ja nicht die ganze Schweiz selber bewandern kann, interessiert mich an dieser Stelle: Kennst du eine Wanderung, die zugleich kulinarische Genüsse verspricht? Schreib uns deinen Tipp, entweder unten in den Kommentaren – oder direkt per Email an esther [at] waskochen [dot] ch.